Foto: Vogelsberger Zeitung

Feuerwehr zieht Bilanz des Mammuteinsatzes

450 Einsatzkräfte, 150 verbrauchte Atemschutzgeräte und eine äußerst schwierige Topografie prägten den Großeinsatz. Stadtbrandinspektor Jürgen Eifert und sein Stellvertreter Tony Michelis gaben nun Einblicke in die Herausforderungen.

LAUTERBACH
Nach dem verheerenden Großbrand am vergangenen Mittwoch haben die Verantwortlichen der Feuerwehr gemeinsam mit den beteiligten Hilfsorganisationen eine erste Bilanz des außergewöhnlichen Einsatzes gezogen. Stadtbrandinspektor Jürgen Eifert und sein Stellvertreter Tony Michelis schilderten die Abläufe nach der Alarmierung um 17.20 Uhr und machten deutlich, vor welchen Herausforderungen die Einsatzkräfte standen.

Insgesamt waren nach Angaben von Jürgen Eifert rund 450 Einsatzkräfte im Einsatz. Besonders hoch war die Belastung für die Atemschutzgeräteträger: 150 Atemschutzgeräte wurden während des mehrstündigen Einsatzes verbraucht. Dank der Unterstützung der Feuerwehr Schlitz sei der Bestand inzwischen wieder vollständig aufgefüllt und die Feuerwehr erneut einsatzbereit.

Tony Michelis erläuterte die außergewöhnlich schwierigen Bedingungen am Einsatzort. Die starke Hanglage vom Marktplatz bis hinunter zum Graben mit einem Höhenunterschied von rund 15 Metern im Bereich der historischen Stadtmauer habe den Einsatz erheblich erschwert. Hinzu kamen verwinkelte Gebäude und zahlreiche Anbauten mit teils extrem langen Zugangswegen.

Gerade diese baulichen Gegebenheiten hätten eine mögliche Menschenrettung zu einer enormen Herausforderung gemacht. Glücklicherweise habe sich jedoch niemand mehr in den betroffenen Gebäuden befunden. Dadurch habe sich die Feuerwehr vollständig auf die Brandbekämpfung konzentrieren können.

Eine weitere Gefahr drohte durch die teilweise einsturzgefährdeten Gebäude. Mit Unterstützung von Kränen sowie umfangreichen Abstützungsmaßnahmen gelang es den Einsatzkräften, zu verhindern, dass baufällige Giebel der Häuser am Marktplatz auf die deutlich tiefer gelegenen Gebäude am Graben stürzten.

An der Begehung des Brandobjektes mit Hessens Innenminister Dr. Roman Poseck nahmen neben der Lauterbacher Feuerwehr auch zahlreiche Vertreter der beteiligten Behörden und Organisationen teil. Dazu gehörten Landrat Dr. Jens Mischak, Kreisbrandinspektor Marcell Büttner mit seinem Führungsteam, Felix Schütz und Marco Bauer von der Lauterbacher Feuerwehr, Paul Schimanski vom DRK, Dominik Rühl vom THW, Markus Höfer von der Polizei, Notfallseelsorger Sven Kießling sowie Jörg Saller, Sara Schmidt und Julia Löb von der Stadtverwaltung.

Auch unsere Pressevertreter waren bei der Begehung. Wir werden aber absichtlich keine Fotos vom Inneren der Brandobjekte zeigen.
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